Da mich in letzter Zeit viele Freunde und Besucher darauf angesprochen
haben, ob und wann jetzt das Bierstindl abgerissen
wird, möchte ich die Gelegenheit nützen, gewisse Gerüchte
und Geschichten über den Brennerbasistunnel im Zusammenhang
mit dem KGB ein für allemal aus der Welt zu schaffen.
Wie allen bekannt ist, sollte ja heuer der Startschuß
für das Bierstindl NEU fallen. Die Konzepterarbeitungen
und Verhandlungen mit dem Land Tirol dauerten über 2 Jahre
und im heurigen Frühjahr hätten die Verträge
unterzeichnet werden sollen wenn nicht der Brennerbasistunnel
auf der Bildfläche
erschienen wäre.
Im April dieses Jahres lud uns die Planungsgesellschaft des
Brennerbasistunnels, kurz BBT-SE, zur ersten Planungssitzung
für den Anbindungsbereich des BBT an den HBF Innsbruck
ein. Ziel war es seitens der BBT-SE, einerseits zu informieren
und andererseits gemeinsam Lösungen für evtuelle Problembereiche
in Varianten zu erarbeiten. Für den Bereich des Bierstindl
war die Situation
damals schon klar. Es wird uns betreffen, so oder so. Bis zur
Sommerpause fanden mehrere Planungssitzungen statt und das Projekt
wurde immer konkreter. Gegenüber der 1. Trassenführung
des BBT hat sich für das Bierstindl insofern etwas verändert,
dass die Anbindungsröhren nicht mehr direkt unter dem Osttrakt
geführt werden, sondern man liegt ein wenig außerhalb
der
Bestandsbebauung in östlicher Richtung. Das Hauptproblem
ist jedoch die Tatsache, dass bis zur Hangkante hinter dem KGB
die
Tunnelröhren in offener Bauweise ausgeführt werden
müssen - erst ab hier beginnt der bergmännische Vortrieb.
Konkret heißt das, dass die Baugrube im Bereich Bierstindl
ca. 15 m tief ist, mit anderen Worten, wir haben in diesem Bereich
eine Baugrube, die einem 5-stöckigen Haus entspricht. Technisch
ist es sicherlich machbar das Gebäude so zu unterfangen,
dass es nicht
beschädigt wird. Es erscheint jedoch allen Beteiligten
aus wirtschaftlicher Hinsicht logischer, den Osttrakt abzubrechen
die Tunnelröhren zu bauen und später
den gesamten Gebäudekomplex neu zu errichten.
Die Entscheidung hierfür fällt spätesten im Herbst.
An dieser Stelle möchte ich den Verantwortlichen bei der
BBT-SE, allen voran Herrn Ing. Mosheimer, für die sehr
partnerschaftliche Zusammenarbeit und Unterstützung danken,
wie auch Herrn DI Lindenberger, der immer wieder das Miteinander
in den Vordergrund gestellt hat und uns seine persönliche
Unterstützung bei der Lösung diese Problems zugesichert
hat.
Soweit so gut. Tatsache ist, dass es bis zum heutigen Tag keinen
Regierungsbeschluss für den Bau des BBT gibt, lediglich
für die Planung. Die ganze Sache läuft also unter
dem Motto: Wenn der Basistunnel gebaut wird, dann
! Solange
können wir nicht mehr warten, die bauliche und infrastrukturelle
Situation in bestimmten Bereichen des KGB ist in einem dermaßen
schlechten Zustand, dass wir mit Jänner 2006 das Haus zusperren
hätten müssen.
Der Vorstand erarbeitete noch vor der Sommerpause ein Konzept
unter dem Motto Sanierung light ,welche die
notwendigsten Sanierungsmaßnahmen betrifft wie Heizung,
WC-Anlagen und diverse baupolizeiliche und veranstaltungstechnisch
notwendige Einrichtungen. Dank der Unterstützung von Frau
Landesrätin Zanon wurden die Mittel für diese Sanierung
light auf sehr unbürokratische Weise prompt genehmigt
und heute kann ich
sagen: wir bauen schon! Ziel ist es im Herbst mit neuen WC-Anlagen,
neuer Heizung etc. etc. zu starten.
Dieser kleine Neustart ist aber noch nicht alles. Mit Ende dieses
Jahres werden wir mit einer neuen Gastronomie arbeiten!
Herr Ferdinand Treffner, der derzeitige Pächter möchte
auf eigenen Wunsch hin das Haus verlassen. Die Nachfolge ist
noch nicht geklärt, es gibt mehrere Interessenten und ab
Anfang September
läuft die Ausschreibung.
Und noch eine Neuigkeit ist zu vermelden: Unser langjähriger
Geschäftsführer Robert Renk wird uns leider
mit Ende des Jahres
verlassen. Er hat sich beim Spielboden in Dornbirn gegen hochkarätige
Konkurrenz als neuer Geschäftsführer durchgesetzt
und wird diese Stelle mit 1. Jänner 2006 antreten.
Seitens des Vorstandes möchten wir ihm für seine Arbeit
und sein Engagement für die Literatur und Theaterszene
in Tirol danken.
Ohne dich, lieber Robert, wäre das Bierstindl heute nicht
das was es ist, ein lebendiges Zentrum der Tiroler Kulturszene,
wo man noch
Dinge entwickelt und produziert und nicht einfach veranstaltet.
Mehr zu diesem Thema im Programmheft Dezember (link-renk)
Zusammenfassend werden der Herbst und der Jahreswechsel mit
einem Hauch Bierstindl NEU angegangen. Es ist ein baulicher,
gastronomischer und inhaltlicher Neustart, mit neuen Einrichtungen
und neuen Persönlichkeiten.
Fazit: Es gibt uns noch und es wird uns noch länger
geben allen Unkenrufen zum Trotz
Fred Stecher
Obmann Kulturgasthaus Bierstindl