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FRED STECHER: Zukunft
des Bierstindls
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Bierstindl Bierstinl
Stiedlpierbehausung negst untern Pergisel
Ein Kulturgasthaus stellt sich vor
Welchen Namen auch immer im Laufe der Geschichte das jetzige Kulturgasthaus
Bierstindl getragen haben mag, das Bier und anderes
Trinkbares waren schon vor langer Zeit in diesem Haus wichtig,
vermutlich schon bald einmal nach seiner ersten urkundlich gesicherten
Erwähnung im Jahre 1681.

Der erste Besitzer, ein gewisser Herr Augustin Nocker oder auch
Stocker vulgo Stindl, soll angeblich mit seinem Vornamen namensgebend
gewirkt haben. Aber man stellt auch Vermutungen an in Richtung
einer feschen Wirtin oder Kellnerin in diesem Hause, die angeblich
Stine hieß und das ursprünglich noch nicht Bierstindl
heißende Gebäude mit ihrem Namen versah.
Und dann gibt es auch noch einen geräumigen Felsenkeller,
der zum Haus gehört und der ebenfalls zu vielen Geschichten
und Vermutungen anregt, so hatten die Nationalsozialisten hier
angeblich einen unterirdischen Bahnhof geplant, aber auch von
einem Munitionslager und sogar einer Entbindungsklinik wird gesprochen.
Die Biererzeugung hat in Wilten eine lange Tradition. Schon
1305 wird ein Preuhaus in Wilten erwähnt, damals
gab es in dieser Gegend genügend Gerste, die ja Grundlage
jeden Bierbrauens ist. Wegen des Stiftes Wilten und der verschiedenen
Wallfahrten zu der Frau unter den vier Säulen
kamen natürlich häufig Leute in die Gegend, die mit
Speis´ und Trank versorgt werden mußten. Diese Aufgabe
übernahm vorerst das Leuthaus, später der Gasthof Neuhaus
in der Leopoldstraße 42 und das Bierstindl .
Der Stadtteil Wilten, in welchem das heutige Kulturgasthaus
Wilten liegt, war bis zum 1. Jänner 1904 eine eigene Gemeinde.
Das Bierstindl hatte bis dahin die Adresse Stiftgasse
6, nach der Eingemeindung erfolgte die Umbennung in Klostergasse.
Wilten wurde von zwei Ortsteilen geprägt, einem Klosterviertel
mit der Pfarrkirche (=Basilika), dem Chorherrenstift und den Nebenbauten
einerseits und dem bäuerlichen Dorf andererseits.
Der Klosterteil war vom bäuerlichen Dorf durch den
Frauenanger abgetrennt. Auch St. Bartlmä gehörte zum
Kloster. Klostergasse (früher Stiftgasse) und St. Bartlmä
lagen abseits der Dorfsiedlung und der Brennerstraße. An
den Mauern des Stiftes führte damals nur der Fahrweg zur
Sillbrücke nach Amras oder Igls vorbei. Dieser Weg zweigte
südlich der Pfarrkirche (Basilika) von der alten Brennerstraße
ab, und dieser Fahrweg durch das Klosterviertel ist die heutige
Klostergasse.
Neben dem Kloster war auch das Leuthaus, seit 1413 urkundlich
nachweisbar, das nach Angaben des Maria-Theresianischen Steuerkatasters
von 1777 als Wohnung der Stiftsbeamten und zur Beherbergung armer
Fremder genutzt wurde.
Das Leuthaus diente von 1817-1849 dem ehemaligen Landgericht Sonnenburg
Wilten als Amtslokal. Bis 1808 war es Sitz des Hofgerichts
Wilten. Wilten war bereits im 13. Jahrhundert eine eigene Gemeinde
auf dem Gebiet der geistlichen Grundherrschaft des Stiftes Wilten
bis zu seiner Eingemeindung.

Das Stift Wilten baute im sogenannten Leuthaus (Leithaus,
altdeutsch leit bedeutet geistiges Getränk) eine
Beherbergungsstätte für Klostergäste, Pilger und
Wallfahrer.
Diese wurden mit Speise und Trank traktiert, es soll
auch alla minuta Wein ausgeschenkt, also eine kleine
Gaststätte betrieben worden sein. Als es aber mit der Zeit
allzu laut herging, sodaß die frommen Beter in der nahen
Stiftskirche gestört wurden, mißfiel das auf die Dauer
den Chorherren im Stift Wilten. Dem Stift wurde die unmittelbare
Nähe des Gasthauses und der Herberge bald lästig, und
die Verpflegung suchenden Leute mußten auf andere Gaststätten
ausweichen.
So erbaute das Kloster im Jahre 1726 das Gasthaus in der Leopoldstraße
42, das im Zweiten Weltkrieg durch Bomben gänzlich zerstört
wurde.
Auch auf das Bierstindl wurde ausgewichen, und dieses hat sicher
auch die Labung der Wallfahrer mitübernommen.
Im Jahre 1681 erteilte Abt Dominikus Löhr vom Stift Wilten
Augustin Nocker (+1701), einem Maurermeister aus Wilten, die Erlaubnis,
gegenüber dem Steinbruch in Wilten eine Behausung
mit Feuerstatt und Wurzgärtlein zu errichten.
Im Osten grenzte die Behausung an den Rain, im Süden
an Buchwald-Schrofen, im Westen an den Buchwald-Steig und im Norden
an den gemeinen Weg. Jeden Martinstag mußte Augustin Nocker
an das Stift Wilten einen Gulden Grundzins entrichten.
Im Jahre 1681 erfolgte auch erst einmal die Erlaubnis, das Haus
zu bauen, die tatsächliche Fertigstellung soll dann im Jahre
1691 erfolgt sein.
Zwei Jahre später übernahm Barbara Nocker geb.
Lenner, die Frau von Augustin Nocker, das Haus, um dieses dann
ihrem Sohn, Josef Nocker, weiterzuvererben. Josef Nocker
bekam 1729 dann die Genehmigung, den Garten zu erweitern, und
bezahlte dafür zwei Gulden Zins.
Die Kinder von Josef Nocker aus seiner ersten Ehe mit Maria Happ,
Maria Johannes und Elisabeth Nocker, erhielten im Jahre 1735 je
60 Gulden von ihrem Vater und verzichteten in der Folge auf Erbansprüche
das Bierstindl betreffend.
Josef Nocker vermachte sein Vermögen, einschließlich
des Bierstindls, an seine Söhne aus seiner zweiten Ehe, Anton
und Norbert Nocker.
Seine zweite Frau, Margarete Nocker geb. Rungetscher, erhielt
für das Haus einen 12 Jahre dauernden Nutzgenuß. Da
sie aber bereits 1736 starb, fiel das Haus an Anton und Norbert,
die damals gerade 13 und 11 Jahre alt waren. Die Brüder besaßen
das Haus je zur Hälfte. Der Rotgerber Max Lindner wurde als
Vormund eingesetzt und kümmerte sich nicht nur um die beiden
Buben, sondern auch um das Haus. Sein Bruder Johann Lindner übte
die Biergerechtsame aus, und Max Lindner übernahm 1737 dafür
die Haftung. Johann Lindner und seine Frau Gertraud führten
das Haus. Im Jahre 1746 betrug der Wert des Bierstindls 1400 Gulden.
Durch einen Vergleich am 10. 10. 1746, der formell abgeschlossen
wurde, kaufte Anton Nocker das halbe Haus von seinem Bruder
und wurde alleiniger Besitzer. Zu dieser Zeit war Anton Nocker
bereits verheiratet, Norbert Nocker ledig und von Beruf Säcknergeselle.
1753 kaufte Josef Mair, Bestandsmann des Grafen von Sarnthein,
das Haus um 2290 Gulden.

Am 17. 9. 1753 wurde die Wirtsgerechtsame, also die Erlaubnis,
das Haus als Gasthaus zu führen, erteilt, und es kann wohl
angenommen werden, daß Bier und Branntwein ausgeschenkt
wurden.
1753 übernahm Andrä Jaufenthaler der Jüngere, ein
Handelsmann in Wilten, von den Anton Nocker´schen Gläubigern
das Wirtshaus. Er erhielt vom Stift Wilten im Jahre 1761 die Erlaubnis,
in den Bergschrofen einen Keller zu graben, der zwei Schuh tief
und zehn Schuh breit war, und der Garten durfte um 16 Schuh erweitert
werden.
Dafür entrichtete Andrä Jaufenthaler (+1768) zwölf
Kreuzer Grundzins und verpflichtete sich, auf dem Grundstück
keinen Kegelplatz und kein Sommerhaus zu errichten. Der Keller
war auch nicht Eigentum von Andrä Jaufenthaler, sondern es
wurde 1759 gegenüber dem Stift Wilten bestätigt, daß
der Keller weiterhin Stiftseigentum bleibt.
Als Andrä Jaufenthaler 1768 starb, übernahm Johann Jaufenthaler
das Haus, der Kaufpreis betrug 3650 Gulden. 1783 übernahmen
Josef und Rosina Witsch das Haus, 1798 starb Josef Witsch
und Rosina Witsch erbte das Haus.
Im Jahre 1800 schließlich verkaufte Rosina Witsch, mittlerweile
verehelichte Harasser, an Andrä Wörndle aus Kolsass
das Haus, der seinerseits 1804 das Haus um 5100 Gulden an Martin
Larcher aus Steinach verkaufte. Martin Larcher, verheiratet mit
Anna Steiner, gab 1824 das Haus an seinen Sohn Franz Larcher weiter.
Franz Larcher wurde erlaubt, den Felsenkeller um 60 bis 70 Kubikklafter
auszubauen. Das Aushubmaterial wurde bei der k.k. Straßenbaudirektion
abgelagert.
Simon Einberger (+1850) kaufte 1826 das Haus um 8000 Gulden.
Simon Einberger war der Besitzer des Löwenhauses. Das Löwenhaus
war, da es auf dem zwischen Inn und Sill gelegenen Stadtteil Saggenfeld
stand, der Grundherrschaft des Stiftes Wilten unterworfen. Es
besaß auch eine eigene Brauerei und auch ein Theater. Von
den Erben des Simon Einberger schließlich kauften Alois
und Anna Pötsch geb. Scherer aus Böhmen je zur Hälfte
das Bierstindl im Jahre 1863, Anna Pötsch (+1891), auch Mitbesitzerin
des Löwenhauses, kaufte den halben Anteil vom Bierstindl
von ihren Kindern Franz, Maria und Berta um 7003 Gulden, die andere
Hälfte besaß sie ja bereits.
1881 kaufte schließlich Franz Pötsch, Sohn von
Anna Pötsch, Besitzer des Löwenhauses, das Bierstindl
mit Bier- und Branntweinschankgewerbe und Weinschank, um es am
25. 10. 1907 zu je einem Drittel an seine Kinder Adriane Pötsch,
verehelichte Tschon, Mathilde Pötsch, verehelichte Huber,
und Adolf Pötsch weiterzugeben.
Am 2. 12. 1919 wurde Adolf Pötsch, Inhaber der Firma
Franz Pötsch, Brauerei zum Löwenhause in Innsbruck,
Alleinbesitzer des Bierstindls.
Candido Colli, Ilario Ghedina, Giuseppe Constantini und Giuseppe
Lacedelli kauften am 20. 12. 1920 das Bierstindl zu je einem Viertel
Anteil, und am 17. 10. 1925 kaufte Josef Gredler aus Zirl das
Bierstindl zur Gänze von Candido Colli, Ilario Ghedina, Giuseppe
Constantini und Giuseppe Lacedelli.
Am Samstag, den 25. Februar 1933 fand die Versteigerung des am
Fuße des Bergisels gelegenen, altbekannten Gasthofes Zum
Bierstindl statt, dessen letzter Besitzer, Josef Gredler,
in Konkurs geriet. Der Ausrufpreis war 50.000 S. Es gab nur zwei
Angebote, das erste mit 60.000 S des Bäckermeisters Kögl
in Innsbruck das zweite mit 60.050 S des Bürgerlichen Bräuhauses
in Innsbruck, welchem das Anwesen zugeschlagen wurde.
Am 19. 12. 1933 übernahm dann die Österreichische
Brau-AG (die ab 1940 Ostmärkische Brau-AG hieß),
das Haus, um es am 3. 2. 1981 an Franz Schweighofer weiterzuverkaufen.
Franz Schweighofer war der letzte Besitzer, bevor das Haus
1992 in das Kulturgasthaus Bierstindl umgewandelt
wurde.
Das Grundstück, auf dem das Bierstindl steht, war bis zur
Grundentlastung im Jahre 1849 im Eigentum des Stiftes Wilten.
Um 1880/1890 wurde das Gasthaus neu gebaut und erhielt um diese
Zeit wahrscheinlich im Wesentlichen sein heutiges Aussehen und
seine Größe.
Vor 1880 dürfte das Haus vielfach verändert worden sein.
Ein Hausbau daselbst wurde am 20. 6. 1890 bestätigt. Zu dieser
Zeit war Franz Pötsch Besitzer des Hauses.
Das Bierstindl zur Zeit Andreas Hofers
Im Bierstindl ging es aber nicht nur ruhig und beschaulich zu.
Im Jahre 1809, als auf dem Bergisel die Tiroler treu für
Gott, Kaiser und Vaterland kämpften, steckten
wohl auch im Bierstindl einige Kanonenkugeln.
An einem Morgen vor einer Bergiselschlacht wurde ein Bauer aus
Lans, Martin Thum, im Gasthaus Bierstindl von einer bayerischen
Patrouille überrascht und festgenommen. Kaum auf der Straße,
soll jedoch der wackere Bauer Martin Thum die drei Feinde und
auf der Sillbrücke noch das Pferd eines nachsetzenden Reiters,
der betäubt zur Erde sank, erschlagen haben.
Der Bauer selbst entkam glücklich über den sogenannten
sticklen (steilen) Steig, der hart neben der Sill zur Viller Straße
hinauf führt.
Felsenkeller
Zum Bierstindl gehört ein ca. 300 m2 großer Felsenkeller,
der 1761, wie schon früher erwähnt, von Andrä Jaufenthaler
in den Berg gegraben wurde.
Wurde er früher wohl zum Kühlen der Getränke verwendet,
so hatte man während des Zweiten Weltkrieges ganz andere
Pläne mit diesem Keller. Nicht nur die Kühlung der Getränke
war vorrangig wichtig, sondern man wollte diesen Keller für
ganz andere Dinge verwenden. Von einem unterirdisch angelegten
Bahnhof für die strategisch wichtige Verbindung zwischen
Norden und Süden ist auf einmal die Rede und von einer Entbindungsklinik,
in dem sicher und unbemerkt in diesem Felsengewölbe der Nachwuchs
für das deutsche Reich und Adolf Hitler das Licht der Welt
erblicken sollte, von einem Munitionslager und einer Poststation.
Wofür der Keller dann tatsächlich genützt wurde,
kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Als Bahnhof kommt der
Felsenkeller wohl am wenigsten in Frage, seit 1943 diente der
Westbahnhof als Hauptbahnhof.
Nach dem zweiten Luftangriff am 19. 12. 1943 auf Innsbruck gab
es eine Umfahrungsstrecke, man baute einen zweiten kleinen Durchlaß
beim Damm auf der Brennerstrecke. Dieser Bahndamm führte
bei der heutigen Firma Schenker entlang den Tollinger-Gründen,
beim Tivoli vorbei, Lehrerheim, Philippine-Welser-Straße,
Luigenstraße, nahe dem heutigen Olympischen Dorf gab es
eine Notbrücke über den Inn. Der Damm wurde entlang
der Haller Felder Zollfreizone nach Hall geführt.
Die Strecke war eingleisig und äußerst primitiv.
Durch den Bau der Brennerautobahn und der Errichtung des Bergisel-Straßentunnels
wurde der Felsenkeller viel kleiner, eine Betonwand im Felsenkeller
zeugt davon. Der Zugang erfolgt heute hinter der Küche der
Gastwirtschaft. Gegenwärtig dient der Felsenkeller wieder
der Getränkekühlung, das wird wohl so lange der Fall
bleiben, bis der geplante Um- und Ausbau des Felsenkellers in
einen Veranstaltungsraum (Felsenkellertheater) erfolgen kann,
das ist aber noch Zukunftsmusik.
Das Kulturgasthaus Bierstindl oder Kultur ist, was trotzdem
zusammenpaßt
Am 23. 4. 1992 schließlich konstituierte sich der Verein
Kulturgasthaus Bierstindl. Die Idee, das Gasthaus
Bierstindl in ein multikulturelles Haus umzuwandeln,
stammt von Dr. Hans Haid, Gebhard Jenewein und Dr. Ekkehard Schönwiese.
Der Gedanke, im Gasthaus Bierstindl die verschiedensten
Kulturvereine anzusiedeln, um es als Kulturgasthaus weiterführen
zu können, war eine interessante Sache. Es sollte eine neue
Heimstätte von Traditionsverbänden und Kulturinitiativen
werden.
Subventionen vom Bundesland Tirol, der Stadt Innsbruck und dem
Bundesministerium für Unterricht und Kunst ermöglichten
schließlich am 23. 6. 1992 den Kauf des Bierstindls,
und am 21. 12. 1992 wurde der Verein Kulturgasthaus
Bierstindl grundbücherlicher Eigentümer der Liegenschaft
EZ 563, Grundbuch 81136 Wilten.
Im Juni 1992 zogen bereits die ersten Kulturverbände ins
Bierstindl ein und nahmen vorerst einmal provisorisch ihre Tätigkeit
auf. Am 2. Oktober 1992 erfolgte die Präsentation des Kulturgasthauses
Bierstindl, am 4. Oktober 1992 die offizielle Übernahme
des Hauses, und die Gastwirtschaft wurde geschlossen (Auslaufen
des Pachtvertrages von Franz Schweighofer).
In der Zeit vor Beginn der Umbauarbeiten waren neben der Geschäftsführerin
Isolde Dankelmaier und dem Alt-Innsbrucker Bauerntheater die Initiative
Minderheiten, das Internationale Dialektinstitut, das Institut
für Volkskultur und Kulturentwicklung, Pro Vita Alpina, der
Theater Service Tirol und die Tiroler Kulturinitiative Erstbesiedler
des Hauses.
Ab dem Frühjahr 1993 wurde das Haus umgebaut und als
Kulturzentrum adaptiert. Die Eröffnung des Hauses
sollte im Herbst 1993 erfolgen. Vorerst wurde die Gastwirtschaft
mit dem Gastgarten am 14. Mai 1993 eröffnet.
Am 23. 7. 1993 war die Firstfeier und nach zügig erfolgten
Umbauarbeiten fand am 18. 9. 1993 die offizielle Eröffnung
des Kulturgasthauses Bierstindl statt.
Am Eröffnungstag meinte Landesrat Fritz Astl in seiner
Festrede, dieses Projekt sei ein Meilenstein für die Zukunft.
Bildung, Kultur und Vergnügen haben unter einem Dach Platz
gefunden. Lebendige Volkskultur sei in Tirol in Bewegung geraten,
für Sprengstoff in diesem Haus sei jedenfalls
gesorgt, aber Kulturpolitik bedeute schließlich nicht, Konflikten
auszuweichen.
Die Kulturvereine seien zu Toleranz und Nachdenken aufgefordert,
damit der Geist des Bierstindls ausstrahlen könne.
Die Idee des Hauses ist, verschiedenste Kulturvereine anzusiedeln.
Gegenwärtig arbeiten 18 verschiedene Kulturvereine im Haus:
die Alt-Innsbrucker Ritterspiele, die IG-Autoren, die Initiative
Minderheiten, der Figurentheatertreff Tirol, das Theater Pandora,
das Institut für Volkskultur und Kulturentwicklung, das Internationale
Dialektinstitut - Institut für regionale Sprachen und Kulturen,
der Landesverband der Heimat- und Trachtenvereine für Tirol,
der Theater-Service Tirol, der Landesverband der Tiroler Volksbühnen,
pro vita alpina, die Tiroler Kulturinitiative, der Tiroler Landesschützenbund,
die Tiroler Landesarbeitsgemeinschaft für Volkstanz, das
Tiroler Volksliedwerk, die Tyrolean Musical Company, das Forum
Schauspiel Tirol und die Wissens-Erfahrungs-Bildungsbörse
der Senioren (Stand Jänner 1998).
Es tut sich einiges im Bierstindl, und um die Vereine besser zu
koordinieren und ihnen ein Gesprächsforum geben zu können,
wurde am 14. 10. 1994 der Kulturbeirat konstituiert. Der
Kulturbeirat versteht sich als Sprachrohr für
die Gesamtheit der Bierstindlvereine und dient auch als Impulsgeber
und Richtungsweiser für die kulturelle Linie des Hauses.
Ein Vorläufer dieses Kulturbeirates war der wöchentliche
Jour fixe, den im Juni 1993 die damalige Kulturgeschäftsführerin,
Isolde Dankelmaier, ins Leben rief.
Seit 1. 6. 1994 ist Robert Renk kultureller Leiter des
Bierstindls. Robert Renk initiierte die Programmzeitschrift (Veranstaltungskalender),
die seit Februar 1995 allmonatlich erscheint und alle Veranstaltungen,
die im Bierstindl stattfinden, ankündigt.
Ungefähr seit dieser Zeit gibt es auch das neue Logo kulturgasthaus
bierstindl. Durch die notwendige und wichtige Pressearbeit
ist es auch gelungen, den Namen des Hauses und sein Kulturprofil
bekanntzumachen. Margit Drexel, seit Ende 1994 Kulturbeiratssprecherin
und zeitweise Leiterin der kaufmännischen Belange des Hauses
arbeitete hier wesentlich mit.
Vieles tut sich hier auf kultureller Ebene, es wird Theater
gespielt, es gibt eine Schauspielschule, einige Theaterverbände,
Musik, Kabarett, viel Literatur, die dem
Bierstindl ein wichtiges Anliegen ist. Immerhin gibt es im Haus
Literaturvereine, die der Zusammenarbeit förderlich
sind.
Es ist hier gar nicht der Platz, alle Aktivitäten dieses
Hauses aufzählen zu können, so viel ist hier schon geschehen
und wird sich noch tun.
Das Haus lebendiger Volkskultur, es lädt alle ein,
vorbeizukommen, auf ein Glas Bier (aber nicht nur!), im Sommer
im kühlen, immer noch originalen Gastgarten vorbeizuschauen,
sich vom Wagnis Kulturgasthaus Bierstindl anregen
zu lassen.
Eva Silbernagl
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