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Konzert
Soap&Skin
DJ Fritz Ostermayer

08. März, 20:00 Uhr Theater


Keine der musikalischen Entdeckungen der letzten Jahre konnte so sehr
erschüttern wie Soap&Skin aka Anja Plaschg. Geradezu schockierend ist
die Vehemenz, mit der sich die erst 18 Jahre junge Künstlerin in ihre
Kompositionen wirft und sich bis aufs Letzte von ihnen verzehren lässt.
Dabei sind die 13 tief melancholischen Stücke aus Piano, klackernder
Elektronik und dieser mal hauchenden, mal heulenden, aber immer
unbeschreiblichen Stimme auf ihrem Debütalbum von so einer rasenden
Schönheit und Anmut, dass man daran zerschellen möchte. Alles zerfällt,
es gibt keinen Kitsch mehr, kein Pathos, keine jugendliche
Todessehnsucht, sondern alles wird in der Musik von Soap&Skin ein- und
aufgelöst. Wer Soap&Skin jemals live gesehen hat und erlebt, ja,
erlitten hat, wie diese zierliche, wild entschlossene Person sich mit
fiebrigem Blick ihrer Musik und dem Publikum ausliefert, mit halb
erstickter Stimme flüsternd, um dann mit zurückgeworfenem Kopf zu heulen
wie ein verletzter Wolf, umgeben von einer vibrierenden Totenstille aus
Ehrfurcht, hat das Gefühl, einen historischen Moment miterlebt zu haben.
Es gibt kein Zurück mehr für jemanden wie Anja Plaschg, und fast möchte
man sie da rausnehmen, weil das, was sie macht, in seinen Dimensionen so
unermesslich ist wie ein Eisberg, dessen tatsächliche Ausmaße man nicht
einmal erahnen kann. Aber gleichzeitig ist so deutlich, dass sie, auch
wenn man das Gequatsche von geborenen Künstlerinnen und Genies nicht
ertragen kann, nicht drum rum kommt, sich immer weiter zu exponieren --
sie muss.


Das erste Album von Soap&Skin verfolgt konsequent die von den bereits
veröffentlichten Stücken vorgegebene Linie von Dramatik, Zerrissenheit
und Melancholie. Die Wucht dieses Debüts liegt in seiner Paradoxalität:
es ist ein Werk von unheimlicher Reife, das ohne seine jugendliche
Ungezügeltheit und Getriebenheit nicht existieren könnte. Plaschg wirkt
hier nicht wie ein Teenager der 00er Jahre, sondern wie eine durch die
schroffen Spukwelten der viktorianischen Brontë-Sisters geisternde,
rebellisch-schwermütige Heldin, die viel zu viel an Weltwissen auf ihrem
schmalen Rücken buckelt. Auch wenn Parallelen zu Songwriterinnen wie Cat
Power oder Scout Niblett, die in ähnlich gemarterter Weise zu Piano
singen und von ihren Fans mit vergleichbarer Ehrfurcht empfangen werden,
musikalisch näher liegen, lässt das sturmumtoste, grandiose Aufbrausen
von Soap&Skins Kompositionen eher an die ebenso gespenstische Welt einer
Kate Bush denken. Auch die debütierte bereits mit 16. Kate Bushs erster
Erfolg war die musikalische Ode an die abgründige Gothic Love Story
"Wuthering Heights", verfasst von der Emily Brontë, als deren
Romanprotagonistin man sich Anja Plaschg, die wiederum mit ihrer
Vorliebe für Techno und Maschinen so gar nichts Gestriges hat, so gut
vorstellen kann.

Eintritt: EUR 18

http://www.myspace.com/soapandskin

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